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Absage: Nüsser Ovend 2022 findet nicht statt

Der Elferrat der Heimatfreunde sagt den Nüsser Ovend 2022 ab.

Der Ovend war unter dem Motto „Ob Pettikoot, ob Elvistoll, bem Ovend jonnt se all op Roll!“ geplant, alle Künstler bereits engagiert. „Wir verlassen uns nun darauf, dass die entstehenden Kosten über den Sonderfonds des Bundes für Kulturveranstaltungen erstattet werden“, sagt Jean Heidbüchel, Präsident des Elferrats der Brauchtumsgruppe der Heimatfreunde. Der Elferrat hat über die Weihnachtsfeiertage einstimmig beschlossen: Angesichts der Pandemieentwicklung sowie der eindeutigen Signale der Karnevalsverbänden und der nordrhein-westfälischen Landesregierung ist es nicht sinnvoll, Ende Januar eine Karnevalsveranstaltung durchzuführen. „Als Ehrenamtler gehen wir nun davon aus, dass wir mit der Verantwortung, die wir mit der freiwilligen Absage übernehmen, nicht alleine gelassen werden“, so Heidbüchel. Eine Registrierung beim Sonderfonds ist bereits erfolgt, ein Antrag wird nun nach der Absage gestellt.

Die Heimatfreunde erinnern

Der 01. Januar 1975 brachte für unsere Stadt große Veränderungen. Das Gesetz zur kommunalen Neugliederung trat in Kraft. Neuss wurde in den Kreis Grevenbroich eingegliedert und gleichzeitig die Kreisstadt. Allerdings blieb die Kreisverwaltung bis auf den heutigen Tag geteilt: ein Teil in Neuss, der andere Teil in Grevenbroich – eine Seltenheit für ganz Deutschland. Neuss konnte seine Selbständigkeit bewahren – wurde also nicht nach Düsseldorf eingemeindet. Gleichzeitig vergrößerte sich das Stadtgebiet um Teile von Meerbusch, Kaarst und die Orte Holzheim, Norf, Rosellen, Speck, Wehl und Helpenstein. Neuss gewann rund 30.000 Einwohner hinzu. Der neue Kreis mit Neuss wurde zu einer Erfolgsgeschichte!

 

Die Heimatfreunde erinnern

Der 24. Dezember des Jahre 1635 war rückblickend ein besonders trauriger Tag. Nach der Vorstellung der damaligen Zeit jedoch nicht. An diesem Tag wurde Jonas Hester Meurer hingerichtet. Der aus Köln herbeigerufene Scharfrichter enthauptete sie. Dann wurde ihr Leichnam verbrannt. Sie soll eine Hexe gewesen sein. Nach mehrfacher Tortur hatte sie ein „volles Geständnis“ abgelegt – so berichten die Archivalien aus dem Neusser Stadtarchiv. Sie hatte sich selbst beschuldigt, mit dem Teufel Unzucht getrieben zu haben. Diesen beschrieb sie, dass er oberdeutsch gesprochen habe, wie ein Junker ausgesehen, Federhut und Degen getragen und sich Hans Beelzebub genannt habe. Vier Tage vor ihrer Hinrichtung war sie aus dem Gefängnis entwichen, aber wieder ergriffen worden. Nun erklärte sie, sich erneut mit dem Teufel getroffen zu haben. Auch andere Taten hatte sie eingeräumt – immer nach ihrer wiederholten Folterung. Heute würde ihr das kein Gericht glauben – damals führte es zwangsläufig zur Verurteilung. Ein zweiter Hexenprozess richtete sich im Jahre 1677 gegen die Jungfrau Katharina Halffmanns.  Er endete glücklich: Die Beschuldigte konnte entfliehen. Der Rat der Stadt, der ohnehin Bedenken an ihrer Schuld gehabt hatte und nur widerwillig übergeordneter Anweisung gefolgt war, gab sich keine Mühe, nach ihr zu forschen.

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