Autor: Frank Westphal (Seite 1 von 145)

Die Heimatfreunde erinnern an den 12.01.1477 und den 13.01.1814

12.01.1477: Karl, der Kühne, der Neuss 11 Monate lang vergeblich belagert hatte aber erfolglos blieb, der Stadt jedoch grossen Schaden zufügt hatte, verlor in der Schlacht von Nancy sein Leben. Er hatte es nicht lassen können: Nach seinem Rückzug von Neuss verwickelte er sich in neue Streitigkeiten mit dem Herzog von Lothringen und den Schweizer Eidgenossen – dem Bündnis der starken Schweizer Städte. Er wird in den Schlachten von Granson und Murten geschlagen, suchte aber erneut den Kampf bei Nancy. Auch diese Schacht verlor er. Sein Leichnam wurde erst später auf dem Schlachtfeld entdeckt. So endete sein Leben, das von so vielen Kriegen gezeichnet war, schmählich. Aber: Seine einzige Erbtochter heiratete den Kronprinzen Maximilian, der dann auch Deutscher Kaiser wurde. Deren Verlobung hatten die beiden Väter – Karl und Kaiser Friedrich der Dritte – im Feldlager vor Neuss vereinbart. Erst Todfeinde – dann gemeinsame Schwiegerväter!
 
Weitere Erinnerung:
 
Am 13. Januar des Jahres 1814 überschritten russische Truppen – die Verbündeten Preussens im Freiheitskrieg gegen Napoleon – bei Düsseldorf und Heerdt den Rhein, lieferten sich ein erstes Gefecht bei Heerdt und drängten die Franzosen zurück. So befreiten sie Neuss von der 20 jährigen französischen Besatzung und der Einverleibung der Stadt in das französische Reich. Ein Jahr später fiel die Rheinprovinz in den Verhandlungen des „Wiener Kongresses“ an Preussen und für Neuss begann so die „Preussische Zeit“.

Absage: Nüsser Ovend 2022 findet nicht statt

Der Elferrat der Heimatfreunde sagt den Nüsser Ovend 2022 ab.

Der Ovend war unter dem Motto „Ob Pettikoot, ob Elvistoll, bem Ovend jonnt se all op Roll!“ geplant, alle Künstler bereits engagiert. „Wir verlassen uns nun darauf, dass die entstehenden Kosten über den Sonderfonds des Bundes für Kulturveranstaltungen erstattet werden“, sagt Jean Heidbüchel, Präsident des Elferrats der Brauchtumsgruppe der Heimatfreunde. Der Elferrat hat über die Weihnachtsfeiertage einstimmig beschlossen: Angesichts der Pandemieentwicklung sowie der eindeutigen Signale der Karnevalsverbänden und der nordrhein-westfälischen Landesregierung ist es nicht sinnvoll, Ende Januar eine Karnevalsveranstaltung durchzuführen. „Als Ehrenamtler gehen wir nun davon aus, dass wir mit der Verantwortung, die wir mit der freiwilligen Absage übernehmen, nicht alleine gelassen werden“, so Heidbüchel. Eine Registrierung beim Sonderfonds ist bereits erfolgt, ein Antrag wird nun nach der Absage gestellt.

Die Heimatfreunde erinnern

Der 01. Januar 1975 brachte für unsere Stadt große Veränderungen. Das Gesetz zur kommunalen Neugliederung trat in Kraft. Neuss wurde in den Kreis Grevenbroich eingegliedert und gleichzeitig die Kreisstadt. Allerdings blieb die Kreisverwaltung bis auf den heutigen Tag geteilt: ein Teil in Neuss, der andere Teil in Grevenbroich – eine Seltenheit für ganz Deutschland. Neuss konnte seine Selbständigkeit bewahren – wurde also nicht nach Düsseldorf eingemeindet. Gleichzeitig vergrößerte sich das Stadtgebiet um Teile von Meerbusch, Kaarst und die Orte Holzheim, Norf, Rosellen, Speck, Wehl und Helpenstein. Neuss gewann rund 30.000 Einwohner hinzu. Der neue Kreis mit Neuss wurde zu einer Erfolgsgeschichte!

 

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