Jahr: 2026 (Seite 2 von 3)

Heimatfreunde und LaGa

Am Freitag, 12. Juni 2026, luden die Heimatfreunde Neuss e. V. in Kooperation mit dem Grünen Herz e. V. ab 15.00 Uhr zu einer zweistündigen Führung durch das Rheinvorland unter der kundigen Führung des in Kappes-Hamm gebürtigen und aufgewachsenen Neussers Franz Josef Etz, Studiendirektor i. R., ein. Wohl infolge der wenig erfreulichen Wetterprognosen war der Einladung zwar nur eine überschaubare Zahl von Interessenten gefolgt, doch durften sich diese über die detailreichen Informationen zur Nutzung des großen Geländes zwischen Innenstadt und Rheinverlauf, zu dem als nur geringer Teil auch das Rennbahngelände gehört, zu verschiedenen Zeiten der Geschichte freuen.

Mit zahlreichen Anekdoten und Erinnerungen an Ereignisse gerade der letzten 100 Jahre verstand es Herr Etz, Geschichte lebendig werden zu lassen. Mitgebrachte Funde aus Streifgängen über die Felder und am Rheinufer wie vom Wasser abgeschliffene Keramikscherben, Patronenhülsen, Musketenkugeln, Metallfragmente sowie die mitgeführten zahlreichen Bildtafeln erhellten die Erläuterungen: Auf den Feldern wurde früher nicht nur Kappes, sondern auch Feingemüse wie Spargel angebaut; die Stätte des ehemaligen Chemischen Werks von Albert und Wolf umgibt auch heute noch eine Aura des Unheimlichen, nach dem Krieg gab es dort bewohnte Baracken, Kleingärtner bedienten sich nächtens an den Rübenfeldern. Am Rhein angelangt, wird die Geschichte der Übergänge erfahrbar: über Jahrhunderte nur als Fährbetrieb realisiert, wurde dieser nach der Zerstörung der Eisenbahn- und der Südbrücke am Ende des 2. Weltkrieges nochmals wichtig. Heute durchschneidet der Zubringer von der Kardinal-Frings-Brücke zur A 57 mit breitem Wall das Terrain, die Idylle der Hammer Landstraße, ehemals gesäumt von Wallnussbäumen und einladend zum Promenieren an Sonntagnachmittagen bis zum Pfauenhof, wo man einkehrte, ist nur aus Erzählungen und alten Abbildungen nachspürbar.

Alle empfanden den geführten Rundgang von der LaGa über den Euroga-Park zum Rheindamm und zur Südbrücke und zurück über das Rheinpark-Center zum Osteingang der LaGa als überaus bereichernd. – Die Heimatfreunde weisen hiermit auf einen weiteren Rundgang am Freitag, 24. September, hin, bei dem es auf dem LaGa-Gelände um historische Ereignisse sowie städtische Entwicklungen im Gelände östlich der Altstadt im 19. und 20. Jahrhundert gehen wird.

Die Heimatfreunde auf der Landesgartenschau

Unter dem Titel Op de Wies‘ ist viel passiert: ein Schauplatz Neusser Geschichte bieten die Heimatfreunde Neuss in Kooperation mit Grünes Herz Neuss e. V. Rundgänge mit historischen Erläuterungen an.

Der erste Rundgang fand bereits am Freitag, 8. Mai 2006, von 15.00 bis 16.15 Uhr statt unter der Leitung von Herrn Dr. Klepper, assistiert von Herrn Burdich. Die Teilnehmer ließen sich mit Bildtafeln informieren über die historischen Rheinverlagerungen, die Rheininseln vor Neuss und die Belagerungen im Burgundischen und Truchsessischen Krieg.

Am Freitag, 12. Juni 2026, findet von 15.00 bis 16.30 Uhr der nächste Rundgang unter Leitung von Herrn Etz statt, diesmal zur Erkundung der Rheinvorlande (landwirtschaftliche Nutzung, Fährbetrieb, Beziehung zu Kappes-Hamm, Rheinbrücken, Chemiefabrik Albers, 3M, Rheinpark-Center).

Einen dritten Rundgang wird es am Freitag, 24. September 2026, von 15.00 bis 16.00 Uhr geben, wenn Herr Dr. Klepper, assistiert von Herrn Burdich, informiert mit Bildtafeln über das Schützenfest im 19. und 20. Jahrhundert, das Armeekorps-Manöver 1842, die Volksversammlung mit Lasalle 1848, den Schlachthof, die Rennbahn, das Hochwasser 1929, den Pfauenhof, den Hafenausbau, die Landwirtschaftsausstellung 1929, die Schützenwiese in den 30er Jahren und die Bombentrichter nach dem 2. Weltkrieg.

Nachruf auf Prof. Dr. Wilhelm Schepping

Nachruf

Ein feinfühliger Freund
hat uns für immer verlassen.

Prof. Dr. Wilhelm Schepping

* 17.12.1931             † 01.04.2026

Traurig halten wir inne.

Prof. Dr. Wilhelm Schepping hat seinen festen Platz
in der Geschichte von Stadt und Landschaft Neuss.
Über viele Jahrzehnte seines Lebens hat er durch sein
fruchtbares Schaffen für die Musik, Wissenschaft,
die Forschung, die Lehre, die Gestaltung in Worten und Melodien,
die Pflege und Förderung der heimischen Sprache geprägt.
Seine schöpferische Unruhe, seine Kreativität und
den steten Gestaltungswillen werden wir vermissen.

Im Jahre 2012 würdigten die Heimatfreunde Prof. Dr. Schepping für
sein weitreichendes Schaffen mit dem Hermann von Hessen-Preis.
Weit mehr als ein Zeichen Anerkennung und Wertschätzung
für sein Wirken in unserer Stadt.

Die Vereinigung der Heimatfreunde Neuss e.V.
lag Prof. Dr. Wilhelm Schepping, auch wenn er in den letzten Jahren
seines Lebens gesundheitlich eingeschränkt war,
bis zuletzt sehr am Herzen. Als Motor und Ideengeber prägte
er den Arbeitskreis-Mundart,
als Schirmherr die Veranstaltung „Nüsser Tön em RomaNEum“.

Du bist immer in unserer Mitte.
Wir werden Dich nicht vergessen.

Unsere aufrichtige Anteilnahme und
tiefempfundenes Mitgefühl
gilt seiner Familie.

Der Vorstand

Neuss, im April 2026

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