Am Freitag, 12. Juni 2026, luden die Heimatfreunde Neuss e. V. in Kooperation mit dem Grünen Herz e. V. ab 15.00 Uhr zu einer zweistündigen Führung durch das Rheinvorland unter der kundigen Führung des in Kappes-Hamm gebürtigen und aufgewachsenen Neussers Franz Josef Etz, Studiendirektor i. R., ein. Wohl infolge der wenig erfreulichen Wetterprognosen war der Einladung zwar nur eine überschaubare Zahl von Interessenten gefolgt, doch durften sich diese über die detailreichen Informationen zur Nutzung des großen Geländes zwischen Innenstadt und Rheinverlauf, zu dem als nur geringer Teil auch das Rennbahngelände gehört, zu verschiedenen Zeiten der Geschichte freuen.
Mit zahlreichen Anekdoten und Erinnerungen an Ereignisse gerade der letzten 100 Jahre verstand es Herr Etz, Geschichte lebendig werden zu lassen. Mitgebrachte Funde aus Streifgängen über die Felder und am Rheinufer wie vom Wasser abgeschliffene Keramikscherben, Patronenhülsen, Musketenkugeln, Metallfragmente sowie die mitgeführten zahlreichen Bildtafeln erhellten die Erläuterungen: Auf den Feldern wurde früher nicht nur Kappes, sondern auch Feingemüse wie Spargel angebaut; die Stätte des ehemaligen Chemischen Werks von Albert und Wolf umgibt auch heute noch eine Aura des Unheimlichen, nach dem Krieg gab es dort bewohnte Baracken, Kleingärtner bedienten sich nächtens an den Rübenfeldern. Am Rhein angelangt, wird die Geschichte der Übergänge erfahrbar: über Jahrhunderte nur als Fährbetrieb realisiert, wurde dieser nach der Zerstörung der Eisenbahn- und der Südbrücke am Ende des 2. Weltkrieges nochmals wichtig. Heute durchschneidet der Zubringer von der Kardinal-Frings-Brücke zur A 57 mit breitem Wall das Terrain, die Idylle der Hammer Landstraße, ehemals gesäumt von Wallnussbäumen und einladend zum Promenieren an Sonntagnachmittagen bis zum Pfauenhof, wo man einkehrte, ist nur aus Erzählungen und alten Abbildungen nachspürbar.
Alle empfanden den geführten Rundgang von der LaGa über den Euroga-Park zum Rheindamm und zur Südbrücke und zurück über das Rheinpark-Center zum Osteingang der LaGa als überaus bereichernd. – Die Heimatfreunde weisen hiermit auf einen weiteren Rundgang am Freitag, 24. September, hin, bei dem es auf dem LaGa-Gelände um historische Ereignisse sowie städtische Entwicklungen im Gelände östlich der Altstadt im 19. und 20. Jahrhundert gehen wird.





